Apfel-Zimt-Walnuss-Guglhupf

…oder wie man 92 Jahre alt wird.

Am Anfang stehen dieses Mal drei nicht mehr ganz so frische Äpfel, eine Handvoll Walnüsse, die man nicht mehr ewig aufheben kann, und die Frage: „Was kann ich daraus machen, das mal wieder etwas Neues ist?“

Diese Frage ist mir heute den ganzen Vormittag über im Magen gelegen, denn ich werfe wirklich ganz furchtbar ungerne Lebensmittel weg. Nachdem ich letzte Woche aber leider ein essenstechnischer Totalausfall war, ist noch das ein oder andere vom letzten Markteinkauf übrig. Das Gemüse wurde gestern schon zu einer leckeren Gemüsesuppe verkocht, von der jetzt mindestens eine Woche lang gegessen werden kann. Und zwar morgens, mittags und abends. Aber was mit den Äpfeln passieren soll, das war mir bis heute Mittag ein Rätsel. Da wollte der kreative Resteverwertungsfunke einfach nicht überspringen.

Bis mir die neuen Blogs in den Sinn gekommen sind, die ich am Samstag in meiner Schlecht-Wetter-Langeweile gefunden habe. Und siehe da, nach gar nicht allzu langem Stöbern, war die Frage geklärt. Es wird einen Apfel-Zimt-Walnuss-Guglhupf geben. Gebacken in Anlehnung an dieses verlockend klingende Apple-Cinnamon-Walnut-Bread Rezept. Weil’s mir aber wieder ein bisschen arg amerikanisch-süß daherkommt und ich sowieso viel lieber nur in Anlehnung an Rezepte backe, gibt es nun die abgewandelte, österreichische Variante. Denn es geht doch nichts über eine gute Mehlspeise. Und dann auch noch so gesund mit den Äpfeln. Wie heißt es doch so schön, „an apple a day keeps the doctor away“.

Nach dem Totalausfall von letzter Woche sollte ich mich in Zukunft wohl daran halten, denn von Ärzten hab ich wirklich genug. Vielleicht bescheren mir die Äpfel ja auch so ein langes Leben wie meiner Zimmernachbarin, der Frau Baum. Die ist mit ihren 92 Jahren noch fit wie ein Turnschuh und überaus redselig. Allein die Geschichten, die sie mir in den drei Tagen die wir ein Zimmer geteilt haben erzählt hat, könnten Bücher füllen. Aber ganz besonders vernarrt scheint sie in Mehlspeisen jeglicher Art zu sein und in Zigaretten. Denn laut eigener Auskunft wird es jetzt langsam Zeit, dass sie ins Guinnessbuch der Weltrekorde kommt. Immerhin raucht sie schon seit 75 Jahren. Und, wieder laut eigener Auskunft, wird vornehmlich Süßes gegessen, wie es sich für eine Österreicherin eben gehört. So gesehen ist das mit den Äpfeln wohl quatsch und es kommt mehr auf den Zucker und den Germteig an. Oder, wie Frau Baum nicht müde wurde zu erwähnen: „Wenn’s eana schmeckt, dann kann’s so falsch ned sein. Also lassen’s eana bloß vo neamd was anderes einreden.“

In diesem Sinne, es lebe die Liebe zum Backen und Kuchenverputzen. Denn, wer will schon einer 92 Jahre alten Frau widersprechen.

Mit wohnzimmerglücklichen Grüßen und dem Wunsch auf gutes Gelingen,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

Hefeteig

  • 400 g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe (z.B. Alnatura)
  • 2 TL Salz
  • 50 g feiner Kristallzucker
  • 230 ml Wasser
  • 115 ml Milch
  • 60 g Butter

Apfelfülle

  • 2 große Äpfel
  • 4 TL Zimt
  • 60 g Rohrzucker
  • 10 g feiner Kristallzucker
  • 20 g Walnüsse (können auch mehr sein, oder man kann sie ganz weglassen, je nach Belieben)
  • 2 TL Honig
  • 10 g Butter

Zubereitung

In einer großen Schüssel 100 Gramm Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker gut vermischen. In einem kleinen Topf Wasser und Milch auf ca 50 Grad erhitzen und die Butter darin auflösen. Die Milch-Wasser-Butter Mischung mit dem Mehl verrühren. Die restlichen 300 Gramm Mehl, jeweils in 100 Gramm-Portionen, mit dem Knethaken unterrühren. Zum Schluss mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Sollte der Teig noch kleben, teelöffelweise Mehl dazugeben, bis der Teig geschmeidig ist und sich von den Händen löst.

Zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Das sollte, je nach Wärme, circa 30-45 Minuten dauern. Den Teig abschlagen, aus der Schüssel nehmen und halbieren. Die zwei Teile auf die bemehlte Arbeitsfläche legen, zudecken und weitere 10 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und in kleine Scheiben schneiden. Dazu die Äpfel am besten vierteln, die Viertel dann nochmals der länge nach teilen und in kleine Scheiben schneiden. Zucker und Zimt in einer Schüssel gut vermischen. Butter in einem Topf schmelzen.

Eine Guglhupfform und eine kleine Kastenform buttern.

Die beiden Teige zu einem Rechteck (ca 20x30cm) ausrollen. Den ausgerollten Teig so mit der flüßigen Butter bestreichen, dass 0.5cm Rand bleiben. Dann gleichmäßig mit Zimt-Zucker bestreuen und mit den Apfelscheiben und Walnüssen belegen. Die Apfelscheiben leicht in den Teig drücken, damit sie beim aufrollen nicht alle auf eine Seite rutschen.

Für den Gugelhupf den Teig von der breiten Seite her aufrollen. Dabei die Ränder gut andrücken und die Enden fest zusammendrücken. Mit der „Naht“ nach unten in die Gugelhupfform legen. Dabei die Enden übereinanderlegen und leicht andrücken. Für die Kastenform den Teig von der schmalen Seite her aufrollen. Wieder mit der „Naht“ nach unten in die Form legen.Mit einem Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort weitere 30 Minuten gehen lassen. Wieder so lange, bis sich der Teig verdoppelt hat.

Dann bei 180 Grad Ober/Unterhitze 20 Minuten backen, nach dieser Zeit mit Backpapier zudecken und auf 170 Grad Ober/Unterhitze zurückschalten. Weitere 25-30 Minuten backen. Wenn die Kuchen goldbraun sind aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Nach den 10 Minuten auf das Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

Marmorkuchen

Da es heute so richtig fürchterliches Sonntagswetter hat, mit Schnee-Regen-Sturm und ich somit zu Hause gefangen bin, kann doch auch gleich gebacken werden. Beim Aufräumen ist mir eine wunderbare Silikon-Backform für mittelgroße Gugelhupfs, die ich mir vor Wochen schon zum Ausprobieren ausgeliehen habe, in die Hände gefallen. Und dann wird im neuen Buch von Joachim Meyerhoff, das ich gerade mit großer Freude angefangen habe zu lesen, auch noch ein Marmorkuchen erwähnt. Das hat gereicht, dass es in meinem Kopf klick gemacht hat, und unbedingt Marmor-Gugelhupfs gebacken werden müssen.

Nur, nach welchem Rezept sollen die gebacken werden?

Es gibt schier unendlich viele Rezepte für Marmorkuchen. Allein schon im Sammelsurium meiner Oma finden sich vier davon. Auch wenn diese zum Teil nur geringe Abweichungen aufweisen, sind sie doch alle grundverschieden, was das Ergebnis betrifft. Und da geht es beim Marmorkuchen doch wirklich an erster Stelle um eines: Schön saftig muss er sein! Und das Verhältnis zwischen hellem und dunklem Teig sollte möglichst ausgewogen sein! Nach eingehender Studie der Rezepte und nachdem ich mich zu erinnern glaube, dass die Steiermark-Oma, die den besten Marmorkuchen der Welt macht, Öl verwendet, habe ich mich für das Öl-Rezept entschieden.

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Warum ich nicht gleich nach ihrem Rezept frage? Weil ich mir das schon zigmal aufgeschrieben, aber immer wieder verloren habe, und es sowieso niemals so gut werden kann wie bei der Steiermark-Oma. Und, weil ich glaube, dass sie sowieso nicht das ganze Rezept hergibt. Irgendwas macht sie einfach anders, und keinem ist es bisher gelungen den Marmorkuchen so zu backen wie sie. Also versuche ich mich einfach an einem anderen Rezept, dass zumindest was das Öl betrifft, mit ihrem übereinstimmt. Dann ist die Erwartungshaltung nicht so groß und der Kuchen hat zumindest die Chance, für gut befunden zu werden.

Vielleicht hat die liebe Sammelsuriums-Oma ja deshalb ihre Rezepte oft ohne weitere Angaben aufgeschrieben. Damit nur sie die Sachen so machen kann, damit eben immer alles ganz was besonders bleiben wird. Denn, wer fühlt sich nicht unheimlich wohl dabei, das Paradegericht der Oma zu essen und sich dabei so richtig heimelig zu fühlen? Könnte das dann einfach jeder reproduzieren, würde das Besondere verloren gehen, was ja nun wirklich niemand will.

Wenn man dann auch noch, während die Gugelhupfs im Backofen sind, Skirennen schaut und den Läufern von der Couch aus konstruktive Kommentare zuruft, ist der Sonntag perfekt. Dann kann es draußen scheinen, regnen und stürmen, wie es will. Der Geruch von frischgebackenem Kuchen und das Kratzen der Skier auf der Piste,erwecken ein wunderbar wohliges Glücksgefühl, das gerne so lange bleiben darf, wie es möchte.

Diese wunderschönen, kleinen Gugelhupfe machen sich auf jeder Sonntagskuchentafel ganz besonders gut…

…und bekommen kann man die Form hier. Das Silikon ist geschmacks- und geruchsneutral und die Gugelhupfs lassen sich mühelos und ohne Rückstände aus der Form lösen.

Weil der Teig für mehr als die sechs kleinen Gugelhupfe gereicht hat, hab ich kurzerhand noch einen weiteren gemacht. Und der wurde gleich Ratzeputz aufgegessen.

Angeblich, so behauptet zumindest der Wohnzimmerglückliche, schmeckt’s am besten mit einem Glas kalter Milch.

Es grüßt entspannt und glückserfüllt,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

  • 180 g Mehl
  • 1 MSP Backpulver
  • 180 g Zucker
  • 7 1/2 EL Öl
  • 7  1/2 EL lauwarmes Wasser
  • 3 Dotter
  • 3 Eiweiß
  • 2 EL Kakao
  • evtl. etwas Milch/Rum

Zubereitung

Die Eier trennen. Eiweiß steif schlagen und zur Seite stellen. Dotter mit Wasser, Zucker und Öl schaumig schlagen, dann das Mehl unterrühren. Den Eischnee unterheben. In der Eischnee-Schüssel zwei Esslöffel Kakao mit etwas Milch glatt rühren. Die Hälfte des Teiges mit dem Kakao vermischen und die beiden Teige dann abwechselnd in die Form füllen. Mit einem Zahnstocher eine Marmorierung in den Teig zeichnen und dann bei 170 Grad Ober/Unterhitze circa 30 Minuten backen.

Ein Brett kurz auf die Gugelhupfe drücken, dann auf einem Kuchengittern kurz überkühlen lassen. Aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.

Schokolade-Ananas-Torte

…Oder von der Herausforderung eine ganz spontane Geburtstagstorte zu backen.

Da kommt man nach Weihnachten nach Hause, in der Hoffnung auf eine entspannte und ruhige Zeit zwischen den Jahren, und das Erste was man zu hören bekommt ist: „Du machst übrigens für morgen einen Geburtstagskuchen, aber wir haben fast nichts zu Hause“ – wohlgemerkt am Samstagabend, also keine Chance mehr wirklich was einzukaufen. So schnell ist das mit der Ruhe vorbei und in meinem Kopf rattert es wie wild, was man denn aus quasi NICHTS machen kann. Und ich will meiner Schwester, obwohl die ja eigentlich Kuchen nicht mag, auch nicht irgendwas vorsetzten zu ihrem 19. Geburtstag. Naja, eigentlich wird sie ja schon 25… aber, seitdem ich mich vor ein paar Jahren einmal ziemlich vertan habe, wird sie für mich eben erst 19. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Zurück zur Torte: Gott sei Dank wohnen, in nächster Nähe, Oma und Tante, die man zumindest um Schlagsahne und Eier anbetteln kann. Was leider nur zum Teil erfolgreich war. Weit und breit keine Eier zu bekommen. Also am Sonntagmorgen im Schneechaos – Juhuuu, es hat endlich geschneit – zum Bäcker gestapft und dann noch zum Bauern, in der Hoffnung, dass es bei dem welche gibt. Nachdem ich mich zuerst im Bauernhaus geirrt habe und um das falsche herumgeschlichen bin – nur gut, dass mich keiner an die Polizei verraten hat – bin ich dann doch triumphierend mit 10 Eiern nach Hause gekommen.

Aus denen wurde dann gleich ein Schokolade-Biskuit, der dann mit Ananas und Schokosahne gefüllt wurde. Denn Ananas und haufenweise Kuvertüre waren in der Vorratskammer zu finden und wurden somit zu den Hauptzutaten erkoren. Die Herstellung der Torte war ein bisschen beeinträchtigt durch die Zwischenrufe meines herzallerliebsten Papas. „Nimm nicht so viel Kuvertüre, das wird bitter.“ – „Was wird denn das jetzt? Warum schneidest du den Kuchen denn so?“ und so weiter und so fort. Nur gut, dass ich mich da nicht beirren lasse, auch wenn der Papa natürlich schon viel mehr Backerfahrung hat als ich. Aber da lasse ich mir nichts sagen, zumindest nicht ungefragt und schon erst recht nicht, wenn er dabei so frech ist.  So falsch kann ich es auch nicht gemacht haben, denn der Papa hat die  halbe Torte im Alleingang gegessen.

Ein paar Tage später musste wieder eine Geburtstagstorte gebacken werden, dieses Mal aber in den eigenen vier Wänden, ohne die Kommentare, dafür aber mit ein paar Zutaten, die noch dringend verarbeitet werden mussten. Beim Weihnachtskeksbacken sind so Sachen übrig geblieben wie Nugat, Marzipan und Kuvertüre. Was ganz wunderbar dazu gepasst hat, dass sich die Kathi eine Eulen-Piraten-Torte gewünscht hat. Sehr bescheiden, meine lieben Freunde, wie ich immer mehr feststellen muss. Die Eule wollte dann aber lieber kein Pirat sein und den Platz auf der Torte auch nicht mit einem Piraten teilen. Aber auch ganz ohne Pirat war die Eule ein voller Erfolg und die Vorratskammer ist jetzt wieder leer. 

Es grüßt voller Freude über die geglückte Eule und mit den besten Wünschen für das neue Jahr,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten – Biskuit

  • 4 Eier
  • 4 El heißes Wasser
  • 160 g Zucker
  • 140 g Mehl
  • 20 g Kakao

Zubereitung

Die Eier in einer Metallschüssel kurz aufschlagen. Das Wasser dazugeben und so lange rühren, bis die Masse beginnt weiß zu werden. Dann den Zucker portionsweise unterrühren und so lange mixen, bis die Ei-Zucker Maße weiß ist.

Mehl mit Kakao vermischen, portionsweise auf die Ei-Zucker Maße sieben und rasch unterheben. In eine Springform (24 cm) füllen und bei 180 Grad Ober/Unterhitze circa 25-30 Minuten backen.

Auf ein Kuchengitter ziehen und vollständig auskühlen lassen. Nach dem Auskühlen in der Mitte auseinanderschneiden, den unteren Teil auf einen Kuchenteller legen, den Tortenring um den Tortenboden geben.

Zutaten Schokolade-Nugat-Sahne

  • 250 ml Schlagsahne
  • 75 g Zartbitter-Kuvertüre
  • 100 g Nugat
  • 5 Scheiben Ananas

Zubereitung

Nugat im Wasserbad schmelzen. Die Kuvertüre grob hacken. 50 ml Schlagsahne in einem kleinen Topf auf circa 80 Grad erhitzen, vom Herd nehmen und die Kuvertüre unterrühren, bis sie sich vollständig aufgelöst hat. Das geschmolzene Nugat ebenfalls unterrühren und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Die restlichen 200 ml Schlagsahne steif schlagen. Einen Löffel davon unter die Schokosahne rühren, dann denn Rest rasch unterheben.

Die Ananas in Stück schneiden. Den unteren Tortenboden mit dem Ananassaft beträufeln und die Stückchen darauf verteilen. Mit der Schokosahne bedecken, den zweiten Tortenboden darauf geben und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Für die Eule braucht es Marzipan, Schokotropfen, geraspelte Schokolade, Kuvertüre und eine passende Schablone. Diese gibt es im Internet haufenweise zu finden. Einfach wasPpassendes ausdrucken, das Marzipan mit ein bisschen Kakao verkneten und ausrollen – auf Maisstärke ausrollen, dann klebt es nicht. Schablone darauflegen und ausschneiden. Beim Dekorieren sind der Fantasie mal wieder keine Grenzen gesetzt. Die Torte mit geraspelter weißer Kuvertüre bedecken, Eule drauflegen und fertig ist die bezaubernde Eulentorte.