Mürbteigherzen

…oder wie die Wiesn ins Wohnzimmer Einzug hielt.

Den Kater so halbwegs überwunden, gibt es heute Wiesn-Kekse. Denn wer sagt, dass es immer nur Lebkuchenherzen geben soll zur Wiesn Zeit? Wo doch Mürbteigkekse so viel besser schmecken und genauso hübsch verziert werden können. Die Idee, Wiesn-Kekse zu backen kam mir gestern bei unserem spontanen Aufenthalt im Marstallzelt. Umgeben von all den Herzen und beseelt vom Bier, wollte ich am liebsten sofort loslegen. Der Griff zu einer weiteren Maß war dann aber doch naheliegender und somit wird erst heute wieder gebacken. Das Marstall ist übrigens einen Besuch wert. Sehr gemütlich, gutes Essen, nettes Personal und der Chef höchst selbst zieht durch die Reihen und freut sich über Komplimente seiner Gäste. Zumindest beim ersten mal.

Aber jetzt wieder zu den Keksen. Trotz meiner recht ausgeprägten Weihnachsstimmung, die mich jedes Jahr schon im September überkommt, ist es doch noch viel zu früh um Weihnachtskekse zu backen. Das sehe sogar ich ein, auch wenn ich der Meinung bin es sollte das ganze Jahr über Weihnachten sein. Zumindest was Kekse und Musik betrifft, aber das ist eine andere Geschichte. Tarnt man besagtes Backwerk aber als Wiesn-Kekse, dann fällt es niemandem auf und ich komme auch so zu einer Portion vorweihnachtlicher Keksfreude.

Gesagt, getan.

Schnell im neuen Backbuch – Handbuch Backen von Teubner – nach einem Mürbteig Rezept gesucht. Schließlich muss gleich überprüft werden, ob das Buch auch wirklich hält was es verspricht. Die Blau-weißen Zuckerperlen aus der Schublade gekramt – danke liebe Kathi, dass du die für mich gekauft hast. Und schon kann es losgehen, denn sogar mit nur mehr einem Ei im Kühlschrank lassen sich die guten, alten „Ausstecherle“ backen.

Oktoberfestliche Grüße,

die Wohnzimmerglückliche


  Mürbteig

  • 200 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 50 g Staubzucker
  • 1 Eigelb

Mehl auf die Arbeitsfläche sieben, in die Mitte eine Mulde drücken. Butter in Stücke schneiden und mit dem Staubzucker in die Mulde geben. Eigelb dazugeben und dann kurz mit der Teigkarte vermengen. Rasch mit den Händen zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen entweder was Gutes lesen, fernsehen oder die Wohnung aufräumen. An einem Nach-Wiesn-Tag ist Option zwei eindeutig die beste. Drum heißt es jetzt erstmal ab auf die Couch.

Nach der kleinen Pause den Ofen auf 170 Grad vorheizen, den Teig zwischen zwei Tiefkühlsäcken – am besten aufschneiden – ausrollen. Herzen ausstechen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und circa 12 Minuten backen.

Für die Zuckerglasur ein bisschen Staubzucker mit Wasser verrühren und mit einem Silikonpinsel auf die Kekse streichen. Nach Lust und Laune mit Blau-weißen Zuckerperlen bestreuen und über Nacht auskühlen lassen. Dann am besten gleich verputzen oder in einer Keksdose aufbewahren.

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