Marmorkuchen

Da es heute so richtig fürchterliches Sonntagswetter hat, mit Schnee-Regen-Sturm und ich somit zu Hause gefangen bin, kann doch auch gleich gebacken werden. Beim Aufräumen ist mir eine wunderbare Silikon-Backform für mittelgroße Gugelhupfs, die ich mir vor Wochen schon zum Ausprobieren ausgeliehen habe, in die Hände gefallen. Und dann wird im neuen Buch von Joachim Meyerhoff, das ich gerade mit großer Freude angefangen habe zu lesen, auch noch ein Marmorkuchen erwähnt. Das hat gereicht, dass es in meinem Kopf klick gemacht hat, und unbedingt Marmor-Gugelhupfs gebacken werden müssen.

Nur, nach welchem Rezept sollen die gebacken werden?

Es gibt schier unendlich viele Rezepte für Marmorkuchen. Allein schon im Sammelsurium meiner Oma finden sich vier davon. Auch wenn diese zum Teil nur geringe Abweichungen aufweisen, sind sie doch alle grundverschieden, was das Ergebnis betrifft. Und da geht es beim Marmorkuchen doch wirklich an erster Stelle um eines: Schön saftig muss er sein! Und das Verhältnis zwischen hellem und dunklem Teig sollte möglichst ausgewogen sein! Nach eingehender Studie der Rezepte und nachdem ich mich zu erinnern glaube, dass die Steiermark-Oma, die den besten Marmorkuchen der Welt macht, Öl verwendet, habe ich mich für das Öl-Rezept entschieden.

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Warum ich nicht gleich nach ihrem Rezept frage? Weil ich mir das schon zigmal aufgeschrieben, aber immer wieder verloren habe, und es sowieso niemals so gut werden kann wie bei der Steiermark-Oma. Und, weil ich glaube, dass sie sowieso nicht das ganze Rezept hergibt. Irgendwas macht sie einfach anders, und keinem ist es bisher gelungen den Marmorkuchen so zu backen wie sie. Also versuche ich mich einfach an einem anderen Rezept, dass zumindest was das Öl betrifft, mit ihrem übereinstimmt. Dann ist die Erwartungshaltung nicht so groß und der Kuchen hat zumindest die Chance, für gut befunden zu werden.

Vielleicht hat die liebe Sammelsuriums-Oma ja deshalb ihre Rezepte oft ohne weitere Angaben aufgeschrieben. Damit nur sie die Sachen so machen kann, damit eben immer alles ganz was besonders bleiben wird. Denn, wer fühlt sich nicht unheimlich wohl dabei, das Paradegericht der Oma zu essen und sich dabei so richtig heimelig zu fühlen? Könnte das dann einfach jeder reproduzieren, würde das Besondere verloren gehen, was ja nun wirklich niemand will.

Wenn man dann auch noch, während die Gugelhupfs im Backofen sind, Skirennen schaut und den Läufern von der Couch aus konstruktive Kommentare zuruft, ist der Sonntag perfekt. Dann kann es draußen scheinen, regnen und stürmen, wie es will. Der Geruch von frischgebackenem Kuchen und das Kratzen der Skier auf der Piste,erwecken ein wunderbar wohliges Glücksgefühl, das gerne so lange bleiben darf, wie es möchte.

Diese wunderschönen, kleinen Gugelhupfe machen sich auf jeder Sonntagskuchentafel ganz besonders gut…

…und bekommen kann man die Form hier. Das Silikon ist geschmacks- und geruchsneutral und die Gugelhupfs lassen sich mühelos und ohne Rückstände aus der Form lösen.

Weil der Teig für mehr als die sechs kleinen Gugelhupfe gereicht hat, hab ich kurzerhand noch einen weiteren gemacht. Und der wurde gleich Ratzeputz aufgegessen.

Angeblich, so behauptet zumindest der Wohnzimmerglückliche, schmeckt’s am besten mit einem Glas kalter Milch.

Es grüßt entspannt und glückserfüllt,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

  • 180 g Mehl
  • 1 MSP Backpulver
  • 180 g Zucker
  • 7 1/2 EL Öl
  • 7  1/2 EL lauwarmes Wasser
  • 3 Dotter
  • 3 Eiweiß
  • 2 EL Kakao
  • evtl. etwas Milch/Rum

Zubereitung

Die Eier trennen. Eiweiß steif schlagen und zur Seite stellen. Dotter mit Wasser, Zucker und Öl schaumig schlagen, dann das Mehl unterrühren. Den Eischnee unterheben. In der Eischnee-Schüssel zwei Esslöffel Kakao mit etwas Milch glatt rühren. Die Hälfte des Teiges mit dem Kakao vermischen und die beiden Teige dann abwechselnd in die Form füllen. Mit einem Zahnstocher eine Marmorierung in den Teig zeichnen und dann bei 170 Grad Ober/Unterhitze circa 30 Minuten backen.

Ein Brett kurz auf die Gugelhupfe drücken, dann auf einem Kuchengittern kurz überkühlen lassen. Aus der Form lösen und vollständig auskühlen lassen.

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