Gedeckter Apfelkuchen

…oder wie der Herbst am schönsten ist. Und von Freunden, die endlich wieder gemeinsam Sonntag feiern.

Zu keiner anderen Jahreszeit hat die Sonne, wenn sie denn zum Vorschein kommt, eine solche Strahlkraft wie im Herbst. Das warme Licht, die bunten Blätter und die angenehme Kühle haben etwas magisches. Zumindest für mich, die ich eine bekennende Herbstliebende bin. Das liegt vielleicht auch daran, dass mich die schönen Tage im Herbst immer an die Zeit erinnern, die ich vor Jahren in Utah verbracht habe. Denn damals, quasi am Hintern der Welt, war der Herbst so schön wie sonst nirgendwo. Inmitten der kargen Landschaft wirkten die bunten Blätter, die sich auf schier unendliche Weiten erstreckten, noch viel strahlender als hier.

Die damit verbundenen Erinnerungen sind genau so bunt wie die Blätter und durchwegs positiv. Sich das erste Mal im Leben so richtig frei fühlen, ganz weit weg von zu Hause sein und jeden Tag neue Menschen kennenlernen. Das sind Erfahrungen, die einem kein Mensch jemals wieder nehmen kann. Erfahrungen, von denen man wohl ein Leben lang zehrt. Im Zuge dieses amerikanischen Herbstes, habe ich mich auch erfolgreich durch das komplette amerikanische Nahrungsangebot gegessen. Kein Krümel Essen war vor mir sicher und so bin ich nicht nur mit vielen Erinnerungen, sondern auch mit ein paar Kilos mehr auf den Rippen, zurückgekommen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jetzt, wo der Herbst eindeutig wieder Einzug gehalten hat und ich in meinen Erinnerungen schwelge, wird es Zeit für einen gedeckten Apfelkuchen – oder eben Apple Pie. Da mir dafür aber bis jetzt die passende Form gefehlt hat, habe ich mich letzte Woche in die Stadt begeben um eine zu erwerben. Kaum zu glauben wie schwierig es ist, so eine Form zu finden. Aber Dank dem sehr charmanten Verkäufer bei Butlers, bin ich jetzt im Besitz einer, hoffentlich geeigneten, Pie Form.

Wie sich herausgestellt hat, ist die Form perfekt und der Apfelkuchen war sehr lecker. Aber am schönsten war es, dass wir alle nach langer Zeit einmal wieder einen gemeinsamen Sonntag verbracht haben. Das war diesen Sommer nicht so einfach. Ein Teil der Truppe reiste zwei Monate lang einmal um die ganze Welt. Die anderen haben mal eben ein Baby bekommen. Und die Wohnzimmerglücklichen gondelten von einer Veranstaltung zur nächsten. Da war es umso schöner, dass wir uns heute wieder in gewohnter Weise zum Kochen getroffen haben. Ein Kuchen darf da natürlich auf keinen Fall fehlen. Und so habe ich, in meinen Erinnerungen schwelgend und voller Vorfreude auf einen Sonntag mit den liebsten schrägen Vögeln, einen Apfelkuchen gebacken.

Der ganze Aufwand hat sich wirklich gelohnt. Der Kuchen war im Handumdrehen aufgegessen und alle glücklich und zufrieden.

Genießt die schönen Seiten des Herbstes,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

Teig

  • 300 g Mehl
  • 200 g Butter
  • 175 g Staubzucker
  • 1 Ei
  • abgeriebene Schale einer 1/2 Zitrone

Füllung

  • 5 große Äpfel
  • 1 Tl Zimt
  • 1 Prise Muskat
  • 150 g brauner Zucker
  • Saft einer Zitrone
  • 2 EL Mehl
  • 1 El Butter

Zubereitung

Für den Teig Mehl, Butter (in kleine Stücke geschnitten), Staubzucker, Ei und Zitronenschalen mit dem Mixer – Knethaken – so lange kneten, bis sich die Zutaten gut vermischt haben. Dann alles auf eine Arbeitsfläche geben und so rasch wie möglich zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Der Teig kann auch über Nacht im Kühlschrank bleiben. Am nächsten Tag zum verarbeiten dann circa eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen.

Die Äpfel schälen, vierteln und in Scheiben schneiden. Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die Äpfel darin kurz dünsten.

Zucker, Zitronensaft, Mehl, Zimt und Muskat in einer Schüssel verrühren.

Die hälfte des Teigs ausrollen und in die Pie Form geben. Die Äpfel darauf verteilen, mit dem Zucker-Zitronen-Gemisch übergießen und dann nach Lust und Laune mit dem restlichen Teig bedecken. Dabei darauf achten,  dass der Teig rasch verarbeitet wird! Ist er zu warm lässt, sich damit nicht mehr viel anfangen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Entweder einfach, ganz klassisch ausrollen und die Äpfel bedecken. Oder, wie in diesem Fall, mit einer großen Ausstechform Blätter ausstechen und die Fülle damit bedecken. Dabei darauf achten, dass der Teig am Rand einen festen Abschluss mit dem untern Teig bildet. Sonst geht es euch wie mir, und der Saft der beim Backen entsteht, tropf fröhlich aus der Form. Was nichts macht, wenn man ein Blech unterstellt, damit nicht der ganze Backofen verklebt.

Bei 200 Grad, auf der untersten Schiene, 10 Minuten backen. Die Temperatur dann auf 180 Grad reduzieren und dann in 50-60 Minuten fertig backen. In der Form auskühlen lassen oder noch warm servieren.

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