Principessa’s Salzbutter-Karamell-Macarons

…Oder warum es von Vorteil ist sich ein wenig auf die eigene Intuition zu verlassen.

Monate ist es nun schon her, dass ich das wunderbare Rezept für Salzbutter-Karamell-Macarons bekommen habe. Letzte Woche war es endlich soweit, die Wohnzimmerglückliche startete einen neuen Versuch, selber Macarons zu backen.

R0001008Akribisch genau wird alles abgewogen, vorbereitet und noch einmal kontrolliert. Das Eiweiß ist aufs Gramm genau abgewogen, der Puderzucker und das Mandelmehl durch ein Sieb passiert, dass auch ja kein Klümpchen mehr bleibt. Der Schnee lässt sich wunderbar schlagen und verträgt auch die Lebensmittelfarbe ohne Probleme. Die erste Portion Mandel-Zucker Gemisch lässt sich auch ganz einfach einarbeiten, die zweite auch, bei der dritten wird’s dann schon schwieriger und beim letzten Rest kommt der Gedanke „hmm, vielleicht reicht das ja schon“ zum Vorschein… aber der wird, weil ich mich ja so genau ans Rezept gehalten habe, gleich wieder unterdrückt. Den hätte ich wohl besser zugelassen und auf meine Intuition gehört, denn: das ist bestimmt kein Macarons-Teig so wie er sein soll, sondern eine Zähe Pampe und es ist wieder einmal zum verzweifeln.

Die wird aber trotzdem wacker auf die Bleche gespritzt und nach einer halben Stunde Ruhen – die leider auch keine wundersame optische Verbesserung ergeben hat – bei 160 Grad in den Ofen verfrachtet. Nach 8 Minuten sind die Haufen auf dem Blech dann auch schon lange am „goldgelb“ vorbei und werden leicht panisch aus dem Ofen katapultiert. Der wird dann auf 140 Grad zurückgeschalten, scheinbar ist es da drin bei 160 Grad heißer als in Principessa’s Ofen. Dann das zweite Blech rein und mal intensiv nachgedacht, wo der Fehler dieses Mal liegen könnte. Die erste Vermutung ist die, dass mir beim Staubzucker eventuell ein kleiner Zahlendreher untergekommen ist und ich anstatt 120, doch 210 Gramm genommen habe. Das würde die Pampigkeit erklären, was anderes kann es ja beim besten Willen nicht sein. Bei der Principessa schmecken die doch so herrlich und sehen viel hübscher aus!

Bei längerer Betrachtung, genauer Analyse des Backvorganges und gefühlten 100 youtube Videos später, ist es wahrscheinlicher, dass es am Rühren lag. Es wurde, schlicht und ergreifend  zu wenig lange gerührt. Da könnte ich mich jetzt beinahe wohnzimmerglücklich ärgern, wo ich doch sonst immer so darauf poche, dass es aufs Rühren ankommt. Weil ärgern aber nur bedingt hilfreich ist, heißt es eben: üben, üben und noch einmal üben. Eines Tages wird es wohl auch mir gelingen, Macarons zu machen, die wie Macraons aussehen und gut schmecken. Drückt mir die Daumen!

 

Fazit: Versuch Nummer 3 ist schon wesentlich besser gelungen als die beiden Vorgänger. Vielleicht sollte man Macarons trotzdem einfach hin und wieder kaufen und genießen.

Oder einfach so lange weiter probieren, bis die richtige Mischung gelingt und es auch wohnzimmereigene Macarons geben kann.

Immerhin sind sie, wenn auch optisch weit vom Original entfernt, geschmacklich schon sehr, sehr lecker. Was mir, und auch dem Wohnzimmerglücklichen, allemal lieber ist als anders rum.

Es grüßt beschwingt vom vielen Karamell,

die Wohnzimmerglückliche

Tiramisu-Torte

…Oder von Freunden, die einen Meilenstein erreichen.

Dieses Wochenende war es wieder so weit. Endlich, nach viel zu langer Zeit, hat sich ein ganz besonders willkommener Gast zum Besuch in den heiligen Hallen unseres Wohnzimmers angekündigt. Und dann auch noch der erste Besuch als frischgebackener Herr Doktor. Ja, es ist tatsächlich so, dass unser lieber Skippy jetzt offiziell der Herr Doktor ist. Auch wenn es noch recht ungewohnt ist, finde ich doch, dass das verdammt großartig klingt. Gaanz abgesehen von der Tatsache, dass es verdammt großartig ist, dass wir jetzt einen Arzt in unseren Reihen haben. Dass die ganzen Mühen und Strapazen der letzten Jahre sich ausbezahlt haben und es nun endlich ans Doktorsein geht. Für diese besondere Aufgabe gilt es,  gut gestärkt zu sein und da ist so eine selbst gemachte Torte doch wohl genau das Richtige.

Zu diesem Anlass soll es aber nicht einfach ein 0815 Kuchen sein, was die wohnzimmerglücklichen grauen Zellen einmal mehr vor eine Herausforderung gestellt hat. Aber, einem Geistesblitz sei Dank, war ziemlich schnell klar, was es geben wird. Eine selbst-kreierte „Tiramisu“-Torte. Weil ich, zugegebener Maßen so gar kein Fan von Kaffee in Kuchen bin, das Prinzip von Tiramisu aber ganz wunderbar finde, habe ich kurzerhand meine eigene Variation gemacht. Mit viel Kakao, denn den mag doch wirklich jeder. Und wenn nicht, dann Pech gehabt. Als wohnzimmerglücklich Backende, muss man schließlich auch auf sich selbst schauen. Das um und auf bei einer Tiramisu-Torte, egal ob mit Kaffee oder Kakao, ist die Tatsache dass man die Torte schon einen Tag bevor sie gegessen werden soll machen muss. Da gibt es auch absolut keine andere Möglichkeit. Wirklich nicht. Denn, nur dann kann sich der volle Geschmack entfalten und die Biskotten und der Biskuit schön durchziehen.

Gut, dass ich mich dazu entschlossen habe, für den Herrn Doktor zu backen und dem Geistesblitz nachgegeben habe. Denn das breite Grinsen und die Freude im Gesicht, mit der die Torte verschlungen wurde, sind alle Mühe wert. Vielmehr noch bestätigen Sie die Annahme, dass etwas selbst gebackenes eben immer auch Glück bedeutet. Und Kakao mag er, zum Glück, offenbar auch.

Schön, dass du bei uns warst. Auf dass dies in Zukunft viel öfter der Fall sein möge.

Es grüßt voll unverhohlenem Stolz, auf den gelungenen Abschluss und die gelungene Torte,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

Biskuit

  • 3 Eier
  • 3 El heißes Wasser
  • 150 g  Zucker
  • 150 g Mehl
  • 1 TL geriebene Zitronenschale

Fülle

  • 500 g Mascarpone
  • 200 g Sauerrahm
  • 2 Eidotter
  • 100 g Zucker
  • 4-5 EL Kakao
  • 200 ml Milch
  • 200 g Biskotten (die italienischen)

Zubereitung

Einen Tortenring (20cm) auf Backpapier legen und mit dem Backpapier einschlagen. Den Backofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

In einer Metallschüssel, Eier schaumig schlagen. Das heiße Wasser zugeben und so lange rühren, bis die Masse weiß wird. Den Zucker mit der Zitronenschale vermischen und unter Rühren einrieseln lassen. So lange rühren, bis die Maße schön weiß ist. Die Maße in den Tortenring füllen und auf mittlerer Schiene circa 25-30 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen und auf ein Kuchengitter ziehen. Circa 5-10 Minuten auskühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf das Kuchengitter stürzen, Papier abziehen und dann mit der Unterseite nach unten komplett auskühlen lassen.

Milch mit Kakao verrühren, sodass ein schöner, dunkler Kakao entsteht.

Eigelb mit Zucker schaumig schlagen. Dann den Sauerrahm unterrühren. Anschließend, löffelweise den Mascarpone unterrühren. Dabei darauf achten, dass nicht zu lange gerührt wird, sonst wird der Mascarpone flüssig und rinnt davon.

Den Biskuit in der Mitte auseinanderschneiden. Den Tortenring auf eine Kuchenplatte legen, den unteren Teil des Biskuit hineinlegen. Den Tortenboden mit Kakao beträufeln. Dann die erste Schicht Mascarponecreme draufgeben. Die Biskotten kurz in den Kakao tunken und dann auf der Mascarponeschicht auflegen. Anschließend mit einer Mascarponeschicht bedecken. Das Ganze noch einmal wiederholen.

Den oberen Teil des Biskuit ebenfalls mit Kakao beträufeln, darf ruhig etwas mehr sein, damit das ganze schön saftig wird. Anschließend auf die letzte Mascarponeschicht geben. Mit Alufolie zudecken und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Vor dem servieren mit Kakao bestreuen.

Die Torte lässt sich, trotz der Eier noch gut zwei Tage nach der Zubereitung essen. ABER: Darauf achten, dass die Torte immer nur so lange aus dem Kühlschrank genommen wird, wie es dauert sie in Stücke zu schneiden. Danach sofort wieder mit Alufolie zudecken und in den Kühlschrank stellen.

Wem die rohen Eier nicht geheuer sind, der kann diese auch durch Qimiq ersetzen.

Apfel-Zimt-Walnuss-Guglhupf

…oder wie man 92 Jahre alt wird.

Am Anfang stehen dieses Mal drei nicht mehr ganz so frische Äpfel, eine Handvoll Walnüsse, die man nicht mehr ewig aufheben kann, und die Frage: „Was kann ich daraus machen, das mal wieder etwas Neues ist?“

Diese Frage ist mir heute den ganzen Vormittag über im Magen gelegen, denn ich werfe wirklich ganz furchtbar ungerne Lebensmittel weg. Nachdem ich letzte Woche aber leider ein essenstechnischer Totalausfall war, ist noch das ein oder andere vom letzten Markteinkauf übrig. Das Gemüse wurde gestern schon zu einer leckeren Gemüsesuppe verkocht, von der jetzt mindestens eine Woche lang gegessen werden kann. Und zwar morgens, mittags und abends. Aber was mit den Äpfeln passieren soll, das war mir bis heute Mittag ein Rätsel. Da wollte der kreative Resteverwertungsfunke einfach nicht überspringen.

Bis mir die neuen Blogs in den Sinn gekommen sind, die ich am Samstag in meiner Schlecht-Wetter-Langeweile gefunden habe. Und siehe da, nach gar nicht allzu langem Stöbern, war die Frage geklärt. Es wird einen Apfel-Zimt-Walnuss-Guglhupf geben. Gebacken in Anlehnung an dieses verlockend klingende Apple-Cinnamon-Walnut-Bread Rezept. Weil’s mir aber wieder ein bisschen arg amerikanisch-süß daherkommt und ich sowieso viel lieber nur in Anlehnung an Rezepte backe, gibt es nun die abgewandelte, österreichische Variante. Denn es geht doch nichts über eine gute Mehlspeise. Und dann auch noch so gesund mit den Äpfeln. Wie heißt es doch so schön, „an apple a day keeps the doctor away“.

Nach dem Totalausfall von letzter Woche sollte ich mich in Zukunft wohl daran halten, denn von Ärzten hab ich wirklich genug. Vielleicht bescheren mir die Äpfel ja auch so ein langes Leben wie meiner Zimmernachbarin, der Frau Baum. Die ist mit ihren 92 Jahren noch fit wie ein Turnschuh und überaus redselig. Allein die Geschichten, die sie mir in den drei Tagen die wir ein Zimmer geteilt haben erzählt hat, könnten Bücher füllen. Aber ganz besonders vernarrt scheint sie in Mehlspeisen jeglicher Art zu sein und in Zigaretten. Denn laut eigener Auskunft wird es jetzt langsam Zeit, dass sie ins Guinnessbuch der Weltrekorde kommt. Immerhin raucht sie schon seit 75 Jahren. Und, wieder laut eigener Auskunft, wird vornehmlich Süßes gegessen, wie es sich für eine Österreicherin eben gehört. So gesehen ist das mit den Äpfeln wohl quatsch und es kommt mehr auf den Zucker und den Germteig an. Oder, wie Frau Baum nicht müde wurde zu erwähnen: „Wenn’s eana schmeckt, dann kann’s so falsch ned sein. Also lassen’s eana bloß vo neamd was anderes einreden.“

In diesem Sinne, es lebe die Liebe zum Backen und Kuchenverputzen. Denn, wer will schon einer 92 Jahre alten Frau widersprechen.

Mit wohnzimmerglücklichen Grüßen und dem Wunsch auf gutes Gelingen,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

Hefeteig

  • 400 g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe (z.B. Alnatura)
  • 2 TL Salz
  • 50 g feiner Kristallzucker
  • 230 ml Wasser
  • 115 ml Milch
  • 60 g Butter

Apfelfülle

  • 2 große Äpfel
  • 4 TL Zimt
  • 60 g Rohrzucker
  • 10 g feiner Kristallzucker
  • 20 g Walnüsse (können auch mehr sein, oder man kann sie ganz weglassen, je nach Belieben)
  • 2 TL Honig
  • 10 g Butter

Zubereitung

In einer großen Schüssel 100 Gramm Mehl, Trockenhefe, Salz und Zucker gut vermischen. In einem kleinen Topf Wasser und Milch auf ca 50 Grad erhitzen und die Butter darin auflösen. Die Milch-Wasser-Butter Mischung mit dem Mehl verrühren. Die restlichen 300 Gramm Mehl, jeweils in 100 Gramm-Portionen, mit dem Knethaken unterrühren. Zum Schluss mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Sollte der Teig noch kleben, teelöffelweise Mehl dazugeben, bis der Teig geschmeidig ist und sich von den Händen löst.

Zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Das sollte, je nach Wärme, circa 30-45 Minuten dauern. Den Teig abschlagen, aus der Schüssel nehmen und halbieren. Die zwei Teile auf die bemehlte Arbeitsfläche legen, zudecken und weitere 10 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen und in kleine Scheiben schneiden. Dazu die Äpfel am besten vierteln, die Viertel dann nochmals der länge nach teilen und in kleine Scheiben schneiden. Zucker und Zimt in einer Schüssel gut vermischen. Butter in einem Topf schmelzen.

Eine Guglhupfform und eine kleine Kastenform buttern.

Die beiden Teige zu einem Rechteck (ca 20x30cm) ausrollen. Den ausgerollten Teig so mit der flüßigen Butter bestreichen, dass 0.5cm Rand bleiben. Dann gleichmäßig mit Zimt-Zucker bestreuen und mit den Apfelscheiben und Walnüssen belegen. Die Apfelscheiben leicht in den Teig drücken, damit sie beim aufrollen nicht alle auf eine Seite rutschen.

Für den Gugelhupf den Teig von der breiten Seite her aufrollen. Dabei die Ränder gut andrücken und die Enden fest zusammendrücken. Mit der „Naht“ nach unten in die Gugelhupfform legen. Dabei die Enden übereinanderlegen und leicht andrücken. Für die Kastenform den Teig von der schmalen Seite her aufrollen. Wieder mit der „Naht“ nach unten in die Form legen.Mit einem Geschirrtuch zudecken und an einem warmen Ort weitere 30 Minuten gehen lassen. Wieder so lange, bis sich der Teig verdoppelt hat.

Dann bei 180 Grad Ober/Unterhitze 20 Minuten backen, nach dieser Zeit mit Backpapier zudecken und auf 170 Grad Ober/Unterhitze zurückschalten. Weitere 25-30 Minuten backen. Wenn die Kuchen goldbraun sind aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Nach den 10 Minuten auf das Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.