Apfelschmarrn mal anders…

…oder wie eine kleine Auszeit das Backen verändert.

Genau genommen ist so ein Apfelschmarrn ja nicht wirklich backen, aber eine wunderbare Süßlichkeit die sich ganz hervorragend als Nachspeise oder als kleine Zwischenmahlzeit an meinem freien Tag eignet. Da sich auf einer dreimonatigen Reise durch Südostasien – mehr dazu hier – meine Einstellung zu Weizen verändert hat, gab es heute eine asiatische Variante dieser wohl österreichischsten aller Mehlspeisen. Dass sich im Kühlschrank eine nicht ganz aufgebrauchte Packung Kokosmilch befand, die dringend verarbeitet werden wollte, hat mich dazu inspiriert einmal was ganz neues zu probieren.

Nach so langer Zeit ohne Backofen, Mixer und Rührschüssel auch nur aus der Ferne zu sehen, war ein „Südostasien trifft Österreich“ Experiment genau das Richtige. Das Reismehl, dass seinen Weg von Bali nach München nicht umsonst angetreten haben soll, hat sich bestimmt auch darüber gefreut endlich aus der Verpackung befreit zu werden. Wer schleppt schon Reismehl um die halbe Welt, frag ich mich da gerade? Die Wohnzimmerglückliche eben. Die sich mit eisernem Willen durch die Touritenmassen in Legian geschoben hat und von einem Supermarkt zum nächsten gepilgert ist, nur um triumphierend Reismehl und Palmzucker zu ergattern. Natürlich nicht ohne intensive Vorabrecherche, ob das erfolgreich gejagte Gut dann auch legal von einem Land ins andere gebracht werden darf. Nicht, dass mir nach 19 Stunden Flug in München am Flughafen ein netter Angestellter der Zollbehörde erklärt, ich müsse ihm das abgeben. Das hätte bestimmt kein gutes Ende genommen, vor allem nicht für mich. Hysterisches herumschreien wegen einem Kilo illegal importiertem Reismehl kommt bestimmt nicht so gut an und würde eventuell sogar den Verdacht wecken, es handle sich dabei nicht um Reismehl. Da das aber alles kein Problem ist, so lange man kein totes Tier oder Kartoffeln von irgendwoher mitbringt, hat es besagtes Reismehl bis in die Wohnzimmerglücklichen heiligen Hallen geschafft.

Aber ich schweife ab… Wollte ich doch eigentlich von einem asiatischen Apfelschmarrn berichten. Also: Man nehme einen nicht mehr allzu frischen „auch für allergiker geeigneten“ Apfel (so ein Blödsinn übrigens), 250 ml Kokosmilch die noch vom letzten asien-koch-abend übrig ist und eben Reismehl. Zugegebenermaßen etwas skeptisch das Egrebnis betreffend kurzerhand alles miteinander verrührt, die Äpfel in einer Pfanne mit viel Butter kurz gedünstet und dann den Teig drauf. Augen zu und gehofft, dass dabei was essbares rauskommt.

Tja, das Ergebnis war so lecker, dass es nicht mal ein Foto vom Schmarrn gibt, weil der so schnell aufgegessen war. Das wird beim nächsten Mal dann nachgereicht, versprochen.

Es grüßt nach allzu langer Abwesenheit,

die mit Reisefieber infizierte Wohnzimmerglückliche

Zutaten

  • 2 Eier
  • 230 g Kokosmilch
  • 1 EL Mineralwasser
  • 1 Apfel
  • 50 g Reismehl
  • 60 g Weizenmehl
  • 1 EL Butter
  • 1 El Zucker
  • Staubzucker

Zubereitung

Den Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Apfelstücke mit dem Zucker andünsten.

Eier, Kokosmilch und Mineralwasser verrühren, Mehl unterrühren und alles über die Apfelstücke gießen. Bei geringer Hitze und mit geschlossenem Deckel so lange backen, bis die Oberfläche gestockt ist. Mit einem Küchenfreund in vier Teile teilen und diese einzeln in der Pfanne wenden. Bei mittlerer Hitze so lange backen, bis die Unterseite goldgelb ist. Den Teig dann mit dem Küchenfreund in kleine Stücke reißen, auf einen Teller geben und mit Staubzucker bestreut servieren.

Principessa’s Salzbutter-Karamell-Macarons

…Oder warum es von Vorteil ist sich ein wenig auf die eigene Intuition zu verlassen.

Monate ist es nun schon her, dass ich das wunderbare Rezept für Salzbutter-Karamell-Macarons bekommen habe. Letzte Woche war es endlich soweit, die Wohnzimmerglückliche startete einen neuen Versuch, selber Macarons zu backen.

R0001008Akribisch genau wird alles abgewogen, vorbereitet und noch einmal kontrolliert. Das Eiweiß ist aufs Gramm genau abgewogen, der Puderzucker und das Mandelmehl durch ein Sieb passiert, dass auch ja kein Klümpchen mehr bleibt. Der Schnee lässt sich wunderbar schlagen und verträgt auch die Lebensmittelfarbe ohne Probleme. Die erste Portion Mandel-Zucker Gemisch lässt sich auch ganz einfach einarbeiten, die zweite auch, bei der dritten wird’s dann schon schwieriger und beim letzten Rest kommt der Gedanke „hmm, vielleicht reicht das ja schon“ zum Vorschein… aber der wird, weil ich mich ja so genau ans Rezept gehalten habe, gleich wieder unterdrückt. Den hätte ich wohl besser zugelassen und auf meine Intuition gehört, denn: das ist bestimmt kein Macarons-Teig so wie er sein soll, sondern eine Zähe Pampe und es ist wieder einmal zum verzweifeln.

Die wird aber trotzdem wacker auf die Bleche gespritzt und nach einer halben Stunde Ruhen – die leider auch keine wundersame optische Verbesserung ergeben hat – bei 160 Grad in den Ofen verfrachtet. Nach 8 Minuten sind die Haufen auf dem Blech dann auch schon lange am „goldgelb“ vorbei und werden leicht panisch aus dem Ofen katapultiert. Der wird dann auf 140 Grad zurückgeschalten, scheinbar ist es da drin bei 160 Grad heißer als in Principessa’s Ofen. Dann das zweite Blech rein und mal intensiv nachgedacht, wo der Fehler dieses Mal liegen könnte. Die erste Vermutung ist die, dass mir beim Staubzucker eventuell ein kleiner Zahlendreher untergekommen ist und ich anstatt 120, doch 210 Gramm genommen habe. Das würde die Pampigkeit erklären, was anderes kann es ja beim besten Willen nicht sein. Bei der Principessa schmecken die doch so herrlich und sehen viel hübscher aus!

Bei längerer Betrachtung, genauer Analyse des Backvorganges und gefühlten 100 youtube Videos später, ist es wahrscheinlicher, dass es am Rühren lag. Es wurde, schlicht und ergreifend  zu wenig lange gerührt. Da könnte ich mich jetzt beinahe wohnzimmerglücklich ärgern, wo ich doch sonst immer so darauf poche, dass es aufs Rühren ankommt. Weil ärgern aber nur bedingt hilfreich ist, heißt es eben: üben, üben und noch einmal üben. Eines Tages wird es wohl auch mir gelingen, Macarons zu machen, die wie Macraons aussehen und gut schmecken. Drückt mir die Daumen!

 

Fazit: Versuch Nummer 3 ist schon wesentlich besser gelungen als die beiden Vorgänger. Vielleicht sollte man Macarons trotzdem einfach hin und wieder kaufen und genießen.

Oder einfach so lange weiter probieren, bis die richtige Mischung gelingt und es auch wohnzimmereigene Macarons geben kann.

Immerhin sind sie, wenn auch optisch weit vom Original entfernt, geschmacklich schon sehr, sehr lecker. Was mir, und auch dem Wohnzimmerglücklichen, allemal lieber ist als anders rum.

Es grüßt beschwingt vom vielen Karamell,

die Wohnzimmerglückliche

Tiramisu-Torte

…Oder von Freunden, die einen Meilenstein erreichen.

Dieses Wochenende war es wieder so weit. Endlich, nach viel zu langer Zeit, hat sich ein ganz besonders willkommener Gast zum Besuch in den heiligen Hallen unseres Wohnzimmers angekündigt. Und dann auch noch der erste Besuch als frischgebackener Herr Doktor. Ja, es ist tatsächlich so, dass unser lieber Skippy jetzt offiziell der Herr Doktor ist. Auch wenn es noch recht ungewohnt ist, finde ich doch, dass das verdammt großartig klingt. Gaanz abgesehen von der Tatsache, dass es verdammt großartig ist, dass wir jetzt einen Arzt in unseren Reihen haben. Dass die ganzen Mühen und Strapazen der letzten Jahre sich ausbezahlt haben und es nun endlich ans Doktorsein geht. Für diese besondere Aufgabe gilt es,  gut gestärkt zu sein und da ist so eine selbst gemachte Torte doch wohl genau das Richtige.

Zu diesem Anlass soll es aber nicht einfach ein 0815 Kuchen sein, was die wohnzimmerglücklichen grauen Zellen einmal mehr vor eine Herausforderung gestellt hat. Aber, einem Geistesblitz sei Dank, war ziemlich schnell klar, was es geben wird. Eine selbst-kreierte „Tiramisu“-Torte. Weil ich, zugegebener Maßen so gar kein Fan von Kaffee in Kuchen bin, das Prinzip von Tiramisu aber ganz wunderbar finde, habe ich kurzerhand meine eigene Variation gemacht. Mit viel Kakao, denn den mag doch wirklich jeder. Und wenn nicht, dann Pech gehabt. Als wohnzimmerglücklich Backende, muss man schließlich auch auf sich selbst schauen. Das um und auf bei einer Tiramisu-Torte, egal ob mit Kaffee oder Kakao, ist die Tatsache dass man die Torte schon einen Tag bevor sie gegessen werden soll machen muss. Da gibt es auch absolut keine andere Möglichkeit. Wirklich nicht. Denn, nur dann kann sich der volle Geschmack entfalten und die Biskotten und der Biskuit schön durchziehen.

Gut, dass ich mich dazu entschlossen habe, für den Herrn Doktor zu backen und dem Geistesblitz nachgegeben habe. Denn das breite Grinsen und die Freude im Gesicht, mit der die Torte verschlungen wurde, sind alle Mühe wert. Vielmehr noch bestätigen Sie die Annahme, dass etwas selbst gebackenes eben immer auch Glück bedeutet. Und Kakao mag er, zum Glück, offenbar auch.

Schön, dass du bei uns warst. Auf dass dies in Zukunft viel öfter der Fall sein möge.

Es grüßt voll unverhohlenem Stolz, auf den gelungenen Abschluss und die gelungene Torte,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

Biskuit

  • 3 Eier
  • 3 El heißes Wasser
  • 150 g  Zucker
  • 150 g Mehl
  • 1 TL geriebene Zitronenschale

Fülle

  • 500 g Mascarpone
  • 200 g Sauerrahm
  • 2 Eidotter
  • 100 g Zucker
  • 4-5 EL Kakao
  • 200 ml Milch
  • 200 g Biskotten (die italienischen)

Zubereitung

Einen Tortenring (20cm) auf Backpapier legen und mit dem Backpapier einschlagen. Den Backofen auf 180 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.

In einer Metallschüssel, Eier schaumig schlagen. Das heiße Wasser zugeben und so lange rühren, bis die Masse weiß wird. Den Zucker mit der Zitronenschale vermischen und unter Rühren einrieseln lassen. So lange rühren, bis die Maße schön weiß ist. Die Maße in den Tortenring füllen und auf mittlerer Schiene circa 25-30 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen und auf ein Kuchengitter ziehen. Circa 5-10 Minuten auskühlen lassen, dann aus der Form lösen und auf das Kuchengitter stürzen, Papier abziehen und dann mit der Unterseite nach unten komplett auskühlen lassen.

Milch mit Kakao verrühren, sodass ein schöner, dunkler Kakao entsteht.

Eigelb mit Zucker schaumig schlagen. Dann den Sauerrahm unterrühren. Anschließend, löffelweise den Mascarpone unterrühren. Dabei darauf achten, dass nicht zu lange gerührt wird, sonst wird der Mascarpone flüssig und rinnt davon.

Den Biskuit in der Mitte auseinanderschneiden. Den Tortenring auf eine Kuchenplatte legen, den unteren Teil des Biskuit hineinlegen. Den Tortenboden mit Kakao beträufeln. Dann die erste Schicht Mascarponecreme draufgeben. Die Biskotten kurz in den Kakao tunken und dann auf der Mascarponeschicht auflegen. Anschließend mit einer Mascarponeschicht bedecken. Das Ganze noch einmal wiederholen.

Den oberen Teil des Biskuit ebenfalls mit Kakao beträufeln, darf ruhig etwas mehr sein, damit das ganze schön saftig wird. Anschließend auf die letzte Mascarponeschicht geben. Mit Alufolie zudecken und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.

Vor dem servieren mit Kakao bestreuen.

Die Torte lässt sich, trotz der Eier noch gut zwei Tage nach der Zubereitung essen. ABER: Darauf achten, dass die Torte immer nur so lange aus dem Kühlschrank genommen wird, wie es dauert sie in Stücke zu schneiden. Danach sofort wieder mit Alufolie zudecken und in den Kühlschrank stellen.

Wem die rohen Eier nicht geheuer sind, der kann diese auch durch Qimiq ersetzen.