Anisle…

…oder warum ich wirklich ganz unbedingt eine Küchenmaschine brauche.

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Schon als Kind habe ich die Aniskekse meiner Oma geliebt. Jedes Jahr im Dezember hat sie diese Sorte fast ausschließlich für mich gemacht. Denn ich war die einzige, die die Kekse zu Weihnachten mit voller Hingabe gemampft hat. Hat es Aniskekse gegeben, konnten mir alle anderen Kekse gestohlen bleiben. Und irgendwie, warum auch immer, ist Anis bei den meisten Leuten nicht sonderlich beliebt, wenn er auf einem Keks daherkommt. Mir soll’s mehr als recht sein, so bleibt immerhin mehr für mich selber übrig und die ganzen Banausen wissen nicht, was sie verpassen.

Die „Anisle“, wie sie bei uns liebevoll genannt wurden, selber zu backen habe ich mich bis jetzt aber noch nie getraut. Erstens, weil die Oma schon immer gesagt hat, dass die nicht so einfach hinzubekommen sind – und wenn die Oma was schwierig fand, dann kann es auch wirklich nur schwierig sein. Immerhin war meine Oma die Meisterin des Backens! Und dieses typischen Füßchen, ohne das die Kekse wirklich nicht die Richtigen sind, hinzubekommen ist wahrscheinlich wirklich eine Herausforderung. Zweitens, weil ich ein bisschen Angst davor habe, dass die Kindheitserinnerung mit dem eigenen Backversuch so gar nicht zusammenpassen wird.

Aber, da Angst und Schwierigkeiten gerade zielstrebig überwunden werden wollen, sind die Anisle nun das nächste Projekt aus Omas Sammelsurium. Ich hoffe, dass sie genau so schmecken wie damals. Denn sonst habe ich gerade umsonst eine halbe Stunde lang gemixt als ginge es um Leben und Tod. Und das ist mit dem Handmixer ziemlich mühsam und ich bin jetzt, noch viel mehr als sowieso schon davor, der Meinung, dass ich unbedingt eine Küchenmaschine brauche. Dann würde ich jetzt beim Tippen vielleicht nicht so zittern, weil meine Arme völlig erschöpft sind. Ja ich weiß, das ist wieder einmal ein klein wenig übertrieben. Und doch brauche ich einfach ganz dringend eine Küchenmaschine. Wirklich. Eine, die viel Teig schaffen kann und auch bei ständigem Einsatz nicht aufgibt und lange hält. Falls zufällig jemand das Bedürfnis hat, so eine loszuwerden, immer her damit. Denn vor lauter Arm-Erschöfpung hätte ich die Anisle kaum auf die Bleche dressieren können. Da verbringen sie jetzt nämlich die Nacht und bekommen hoffentlich – gaaaaanz fest Daumen drück – ihre Füßchen! Und morgen heisßt es früh aufstehen um die Anisle zu backen. Was tut die Wohnzimmerglückliche nicht alles, sogar früh aufstehen, um ein Keksprojekt zu erfüllen.

Und, wie man schön sehen kann, hat das genau gepasst und die Anisle haben Füßchen und die perfekte Konsistenz.

Was sich auch nicht geändert hat: ich würde sie am liebsten alle auf einmal aufessen, so gut schmecken sie mir. Und ganz genau so wie damals als Kind.

Es grüßt, ganz unweihnachtlich und mit zitternden Armen,

die Wohnzimmerglückliche


Zutaten

  • 3 Eier
  • 250 g Zucker
  • 250 g Mehl
  • 1 Packung Vanillezucker
  • Aniskörner

Zubereitung

Zucker und Eier 1/2 Stunde schlagen, hält man sich  nicht daran, dann werden die Anisle nicht so wie sie sein sollten! Da ist jeder Küchenmaschinenbesitzer ganz klar im Vorteil. Mehl vorsichtig unterheben. Die Masse in kleinen Häufchen auf mit Backpapier belegtes Blech setzen und über Nacht trocknen lassen – so ergibt sich das typische Füßchen. Langsam backen. Was dieses Langsam backen genau bedeutet, hoffe ich herauszufinden.

Ich habe mich für 150 Grad Ober/Unterhitze und circa 15 Minuten backen entschieden. Was bei meinem Backofen wohl genau richtig ist.

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